Vorweg: Das ist keine Ausrede – sondern eine Erkenntnis.

Wenn ich heute noch einmal bei null anfangen würde, würde ich viele Dinge genauso machen.

Aber eine Sache würde ich definitiv anders machen:

Ich würde niemals wieder versuchen, ein produzierendes Unternehmen alleine aufzubauen.

Nicht, weil es unmöglich ist.

Sondern weil die Rahmenbedingungen inzwischen so schwierig geworden sind, dass man sich als Einzelperson oft bereits am Startpunkt aufreibt, bevor überhaupt richtiges Wachstum entstehen kann.

Diese Erkenntnis kommt nicht aus Büchern oder Podcasts.

Sie kommt aus den letzten Jahren Werkstattalltag, Bürokratie, Investitionsplanung, Personalproblemen und dem ständigen Versuch, gleichzeitig Produzent, Verkäufer, Marketingabteilung, Buchhaltung und Geschäftsführer zu sein.


Produzieren bedeutet heute viel mehr als nur etwas herzustellen 🏭

Viele Menschen stellen sich ein produzierendes Unternehmen romantischer vor, als es tatsächlich ist.

Man baut etwas Schönes.

Verkauft es.

Und verdient Geld.

Die Realität sieht leider deutlich anders aus.

Wer heute produziert, muss gleichzeitig:

  • produzieren
  • verkaufen
  • einkaufen
  • kalkulieren
  • verpacken
  • versenden
  • Social Media machen
  • Kunden betreuen
  • Buchhaltung erledigen
  • Webseiten pflegen
  • Marketing betreiben
  • Gesetze beachten
  • Dokumentationen führen

Und das alles oft gleichzeitig.

Während man eigentlich nur Produkte entwickeln und herstellen möchte.


Die Investitionen sind enorm geworden 💸

Gerade im produzierenden Gewerbe wird oft vergessen, wie viel Kapital bereits notwendig ist, bevor überhaupt der erste Euro verdient wird.

Maschinen.

Werkzeuge.

Fahrzeuge.

Software.

Lagerflächen.

Versicherungen.

Material.

Energie.

Werkstattausstattung.

Arbeitsschutz.

Schnell entstehen Investitionen von mehreren zehntausend bis hunderttausenden Euro.

Und genau dort beginnt häufig das eigentliche Problem.


Förderungen klingen gut – helfen aber oft zu wenig 📉

Natürlich gibt es Förderprogramme.

Natürlich gibt es Zuschüsse.

Natürlich gibt es Beratungsangebote.

Doch in der Praxis reichen viele dieser Programme oft nicht aus, um ein produzierendes Unternehmen wirklich nachhaltig aufzubauen.

Gerade wenn Maschinen angeschafft werden müssen, reichen kleinere Zuschüsse häufig nicht weit.

Außerdem sind viele Programme an Bedingungen geknüpft, die für kleine Gründer nur schwer erfüllbar sind.

Zwischen Theorie und Praxis liegen hier oft Welten.


Banken finanzieren Ideen kaum noch 🏦

Noch schwieriger wird es bei der Finanzierung.

Früher konnten Gründer mit einer guten Idee und einem überzeugenden Konzept häufig leichter Kredite erhalten.

Heute sieht die Situation oft anders aus.

Banken möchten Sicherheiten.

Banken möchten bestehende Umsätze.

Banken möchten Nachweise.

Banken möchten Zahlen.

Und genau diese Dinge besitzt man als Gründer meistens noch nicht.

Das führt zu einem Paradox:

Man benötigt Kapital, um wachsen zu können.

Doch ohne Wachstum bekommt man oft kein Kapital.


Bürokratie bremst Innovation aus 📋

Ein weiterer Punkt, über den viel zu selten gesprochen wird, ist die Bürokratie.

Natürlich brauchen wir Regeln.

Natürlich brauchen wir Standards.

Doch mittlerweile verbringen viele Unternehmer erschreckend viel Zeit mit Verwaltungsaufgaben statt mit ihrer eigentlichen Arbeit.

Formulare.

Nachweise.

Meldungen.

Vorgaben.

Dokumentationen.

Kontrollen.

Verträge.

Datenschutz.

Steuern.

Versicherungen.

Der Verwaltungsaufwand wächst gefühlt jedes Jahr weiter.

Und jede Stunde Bürokratie ist eine Stunde weniger für Produktentwicklung, Kunden oder Innovation.


In den ersten Jahren bleibt oft kaum Geld übrig 💔

Viele Menschen sehen nur den Umsatz.

Sie sehen die Maschinen.

Sie sehen die Werkstatt.

Sie sehen die Produkte.

Was sie nicht sehen:

Wie viel Geld jeden Monat wieder verschwindet.

Material.

Steuern.

Versicherungen.

Werkzeuge.

Maschinen.

Reparaturen.

Marketing.

Software.

Energie.

Fahrzeuge.

Mieten.

Gerade in den ersten Jahren bleibt oft erschreckend wenig übrig.

Viele Gründer arbeiten deutlich mehr Stunden als Angestellte und verdienen dabei teilweise weniger.

Das spricht kaum jemand offen aus.


Alleine wird die Last irgendwann zu groß ⚠️

Genau hier liegt meiner Meinung nach das eigentliche Problem.

Nicht die Arbeit selbst.

Nicht die Produkte.

Nicht die Kunden.

Sondern die schiere Menge an Aufgaben.

Irgendwann merkt man:

Man kann nicht gleichzeitig Produktionsleiter, Marketingchef, Entwickler, Lagerist, Fotograf, Buchhalter und Geschäftsführer sein.

Zumindest nicht dauerhaft.

Und genau deshalb glaube ich inzwischen, dass produzierende Unternehmen heute vor allem als Teams entstehen sollten.


Als Team kann man etwas Großes schaffen 🤝

Denn plötzlich verteilt sich die Verantwortung.

Einer kümmert sich um Marketing.

Einer um Produktion.

Einer um Organisation.

Einer um Vertrieb.

Einer um Technik.

Jeder bringt seine Stärken ein.

Und genau daraus entstehen oft die stärksten Unternehmen.

Nicht weil einzelne Menschen außergewöhnlich sind.

Sondern weil mehrere Menschen gemeinsam etwas aufbauen.


Genau das war eigentlich immer meine Vision 🌱

Der cravt.phnx.dev und früher Cravtboard waren für mich nie als Ein-Mann-Projekt gedacht.

Die Idee war immer, gemeinsam etwas aufzubauen.

Ein kreatives Team.

Eine Designschmiede.

Ein Ort für neue Ideen, Produkte und Projekte.

Doch leider habe ich bislang kaum Menschen gefunden, die wirklich Lust haben, ihr eigenes Ding aufzubauen.

Und das finde ich ehrlich gesagt unglaublich schade.

Viele Menschen verbringen vierzig Jahre bei demselben Arbeitgeber.

Viele beschweren sich Woche für Woche über ihren Job.

Viele träumen von Veränderung.

Doch nur wenige wagen tatsächlich den Schritt, selbst etwas aufzubauen.

Dabei entstehen die spannendsten Geschichten oft genau dort, wo Menschen gemeinsam den Mut haben, etwas Eigenes zu schaffen.


Vielleicht brauchen wir wieder mehr Mut 🚀

Vielleicht liegt die Zukunft nicht darin, alles alleine schaffen zu wollen.

Vielleicht liegt sie darin, wieder mehr gemeinsam zu machen.

Mehr Teams.

Mehr Gemeinschaft.

Mehr kreative Kollektive.

Mehr Menschen, die nicht nur über Ideen sprechen, sondern sie gemeinsam umsetzen.

Denn ich glaube nach wie vor:

Alleine kann man viel schaffen.

Aber gemeinsam kann man Welten bewegen.

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